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Fünf Musikschüler – fünf Erfolge PDF Drucken E-Mail

Florian Hinz und Anna-Lena Horst kurz vor dem WertungsspielDer Wettbewerb „Jugend musiziert“ wird ein voller Erfolg für die Schüler der Regionalmusikschule Malchin

„Mit jedem Tag bin ich ein wenig aufgeregter“ sagte Anna Skaisgirski vor ihrem großen Auftritt am vorvergangenen Wochenende in der Musikschule Neubrandenburgs. Dort hat sie sich gemeinsam mit Paula Marie Kokel bei dem jährlich stattfindenden Wettbewerb „Jugend musiziert“ in der Wertung „Klavier vierhändig“ mit zahlreichen anderen pianistischen Mitstreitern verglichen. Trotz ihrer noch jungen neun Jahre haben sich die beiden seit zehn Monaten mit einem zehnminütigen, schon sehr professionell anmutenden Programm auf den Ausscheid vorbereitet und hofften, auf der Bühne am Wochenende genauso gut zu spielen, wie bei all den Probevorspielen. Eine besondere logistische Herausforderung war der Unterricht für die beiden Mädchen und deren Eltern: für eine optimale Vorbereitung wurden sie abwechselnd bei ihren Lehrerinnen Bettina Berg und Ines Guderle in Dargun und Stavenhagen unterrichtet.

Die Blockflötistin Anna-Lena Horst und Florian Hinz, ihr Begleiter am Klavier, nahmen ebenfalls am Wettbewerb teil, mussten sich neben der Aufregung noch anderen Problemen stellen. Beide wechselten während ihres Vortrags mehrere Male das Instrument. Anna-Lena benötigte für die unterschiedlichen Stücke eine Alt- und Sopran-Blockflöte, wobei man sich auf jedes Instrument neu einstellen muss. Auch Florian, der im zweiten Teil des Programms Klavier spielt, hat extra für diesen Auftritt ein Spinett nach Neubrandenburg gebracht. Die Tastatur dieser etwas kleineren Bauart des Cembalos, welche früher als Hausinstrument benutzt wurde, ist der des Klaviers zwar sehr ähnlich, hat aber neben der kleineren Größe der Tasten einen viel leichteren Anschlag. „Das ist ganz schön kompliziert“ meint Florian, „weil man sich auf die Instrumente jedes Mal vollkommen neu einstellen muss. Während des Wertungsvorspiels darf da nichts schiefgehen“. Für die beiden Lehrerinnen Karin Knöfel und Bettina Berg ist es die Mühe des Transports und der technischen Schwierigkeiten für Florian jedoch wert, da so der barocke Klang der Sonate des Komponisten James Hook am besten zur Geltung kommt. 
Paul Bartoschek hingegen wirkt sehr gelassen, als er in seine Trompete bläst und Stücke von Joseph Haydn und Kurt Schwaen intoniert. „Die Schwierigkeit ist, dass der Ansatz stimmt“ sagt sein Lehrer Michael Huth, „und das kann man leider nicht immer planen!“. Da spielt natürlich auch die Tagesform eine Rolle. 

Die Aufregung hat sich gelohnt. Da sind sich die fünf Teilnehmer einig. Alle haben am Abend vor dem Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ lange nicht einschlafen können, da sie auf der Bühne nur eine einzige Möglichkeit haben, das monatelang geübte Programm darzubieten. Diese Chance haben sie am Wochenende in Neubrandenburg genutzt. Dort haben sie sich mit 187 Musikern aus den süd-östlichen Kreisen Mecklenburgs den Fachjurys gestellt. 

Auch wenn es in den zahlreichen Probevorspielen nicht immer so klang, wie es sich die Musikschüler gewünscht hätten, in Neubrandenburg haben sie gezeigt, dass sie in Extremsituationen über sich hinauswachsen können. Souverän stellten sie sich den Juroren in nicht gerade einfachen Programmen, wo Florian und Anna-Lena von der Alten Musik bis zu modernen Stücken das gesamte Spektrum der Blockflötenliteratur ausloteten, wo Anna und Paula-Marie sich die 88 Tasten eines Klaviers teilten und wo Paul einen musikalischen Bogen über ein 20-minütiges Programm mit drei Jahrhunderten Musik spannen musste. 

Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache, so haben Anna Skaisgirski und Paula-Marie Kokel im Klavierduo und Paul Bartoschek in der Kategorie „Trompete solo“ fünf erste Preise mit nach Hause nehmen können. Anna-Lena und Florian im Duo Blockflöte und Klavier haben sich zusätzlich zu ihrem ersten Preis eine Delegierung zum Landeswettbewerb erspielt und können sich im März in Bad Doberan mit ihrem Programm präsentieren.

Gerade für einen solchen Wettbewerb ist die familiäre Unterstützung sehr wichtig. So haben Eltern, Geschwister und Großeltern einen großen Anteil am Erfolg der Musiker. Vor allem aber ist die Arbeit der Lehrerinnen und des Lehrers nicht zu vergessen. Sie haben das Programm speziell für die Schüler ausgesucht, über Monate hinweg mit ihnen gearbeitet, ihre Freizeit für zahlreiche Übestunden verwendet und auch bei kleinen Niederlagen auf dem beschwerlichen Weg zur Perfektion mit Trost beiseite gestanden. 

Mit dem Glücksgefühl einer erfolgreich beendeten, monatelangen Arbeit haben die fünf Instrumentalisten eine weitere Stufe in ihrem musikalischen Lebenslauf erklommen und sind nun gewappnet, sich neuen musikalischen Herausforderungen an ihrem Instrument zu stellen.

Malchiner Generalanzeiger, 21.02.2009


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