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Das Malchiner Gitarrenprojekt stellt sich dem großen Publikum
Malchin/pb/fz. „So aufgeregt war ich schon lange nicht mehr!“ Elisa Arndt konnte seit den frühen Morgenstunden nicht mehr schlafen, da sie am letzten Sonnabend im März zusammen mit 24 weiteren Gitarrenkindern ihren ersten großen Auftritt hatte. Eigentlich saß sie nicht nur einmal auf der Bühne, in vier Kurzkonzerten zeigte sie gemeinsam mit den anderen Schüler aus den zweiten und dritten Klassen der Pestalozzi-Grundschule, wie schön es klingen kann, wenn viele Kinder miteinander musizieren. Seit diesem Schuljahr bietet Fridolin Zeisler, Gitarrenlehrer an der Regionalmusikschule Malchin, im Anschluss an den regulären Unterricht für die beiden Klassenstufen einen Kurs an, in welchem die Kinder lernen, deutsche und internationale Lieder zu singen und auf der Gitarre zu begleiten. Die Zweit- und Drittklässler haben nicht nur dem Weihnachtsmann ihre ersten, auf der Gitarre gespielten, Weihnachtslieder präsentieren können – zum Tag der offenen Tür der Grundschule haben sie in einem viertelstündigen Programm gezeigt, was sie in den letzten Monaten gelernt haben. Die ursprüngliche Planung sah vor, dass zwei Auftritte von Zweitklässlern und die anderen beiden von Schülern der dritten Klasse gestaltet wurden. Der Stolz auf das Geleistete jedoch war so groß, dass die Kinder alle vier Konzerte gemeinsam bestritten. Es erklangen Stücke wie „Es klappert die Mühle“ und „Aramsamsam“. Das beliebteste Lied war jedoch „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“, da nicht nur die Schüler sondern auch das Publikum sich die Buchstaben der nächsten Variation aussuchen durften.
Für dieses musikalische Projekt arbeiten die Pestalozzi-Grundschule, die Regionalmusikschule Malchin e.V. und die Stadt Malchin Hand in Hand. Die Schule stellt die räumlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen, die Musikschule steuert die Lehrkraft und das Unterrichtskonzept bei und die Stadt unterstützt die Kinder, indem sie sämtliche Instrumente mitsamt dem Zubehör angeschafft hat und den Unterricht zu einem sehr geringen Beitrag anbietet. „Das Besondere an dem Kurs ist, dass die Kinder schon nach den ersten Unterrichtsstunden ihre ersten Erfolge vorweisen können! Das motiviert nicht nur sondern gibt auch die Möglichkeit, sich sofort mit der Gitarre vor Verwandten, Bekannten und Freunden zu präsentieren.“ zeigt sich Fridolin Zeisler erfreut, „Durch die tollen Rahmenbedingungen und die großzügige Bezuschussung der Stadt haben 25 Kinder die Möglichkeit an diesem, in der Region einmaligen, Projekt teilzunehmen!“ Durch das Singen und die Verringerung des, im regulären Instrumentalunterricht nötigen, Schwierigkeitsgrades kommen die Kinder zu schnellen Erfolgserlebnissen. Mit der Basis dieses einjährigen Kurses können die Kinder ihre Kenntnisse an der Musikschule vertiefen und sowohl solistisch als auch in den zahlreichen Ensembles musizieren. Über eine Weiterführung des Projektes würden sich die Kinder der kommenden zweiten Klasse sehr freuen, dennoch sind Karin Knöfel, die Leiterin der Musikschule, und Fridolin Zeislernoch zurückhaltend: „Erst wenn die Finanzierung geklärt ist, können wir die jetzigen ersten Klassen zum Gitarrenunterricht einladen“. Bis es so weit ist, freuen sie sich über den Zuspruch und den Stolz der Eltern auf ihre „Gitarren-Kinder“. Beides steht Elisas Arndts Mama in das Gesicht geschrieben „Elisa war zwar sehr aufgeregt, aber sie und die anderen Kinder haben das wirklich schön gemacht!“
Blitz am Sonntag, 12. April 2009
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