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86 kleine und große Hände zupfen Weihnachtsmedley PDF Drucken E-Mail

 

Der Klang der über 40 Gitarren war mehr als überwältigend! Foto: Manuela LibnowDer Verein „Gemeinsam für Musik“ und die Regionalmusikschule Malchin veranstalteten den ersten Malchiner Gitarrentag

Schier überwältigt schien Anne Haasch, Studentin an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in  Weimar und ehemalige Schülerin der Musikschule zu sein, als sie die riesige Menge an Gitarristen sah, die sich im Malchiner Stadthaus zusammenfand. Sie hat sich bereit erklärt, die Leitung des wohl größten Gitarrenorchesters, welches sich jemals im Landkreis formiert hat, zu übernehmen. Der Anlass war der der erste Malchiner Gitarrentag, der am Freitag schon um 14 Uhr begann und erst um 20:30 Uhr endete. Die Bühne des Stadthauses war für die Gitarristen jedoch zu klein: über 40 Kinder und Erwachsene funktionierten den Zuschauerraum kurzerhand um und hielten nicht nur die Probe sondern auch das Konzert vor den vielen begeisternd applaudierenden Zuschauern, die das Spektakel aufgrund des Stuhlmangels stehend verfolgten, ab.

Gitarrenlehrer Fridolin Zeisler hat eigens für diesen Tag und diese Besetzung ein Medley aus bekannten Weihnachtsliedern, welches aus sieben verschiedenen, nach Schwierigkeitsgrad sortierten, Stimmen bestand, geschrieben. „Jeder, der zu unserem ersten Malchiner Gitarrentag kommt, sollte die Möglichkeit bekommen, mitzuspielen“ meint  Fridolin Zeisler „ich bin der Meinung, dass jeder Gitarrist einmal in den Genuss kommen sollte, Teil eines großen Orchesters zu sein!“. Er bedauert sehr, dass die Gitarre sich bislang keinen ständigen Platz in großen Orchestern erobern konnte und freut sich daher, dass die Malchiner Musikschule mit ihren zahlreichen Ensembles vielen Schülern die Gelegenheit bietet, das gemeinsame Musizieren kennen- und genießen zu lernen.

Die Freude am Musizieren konnte man den Schülern förmlich ansehen: in dem Konzert der Gitarrenensembles lächelte Matthew Schmidt verschmitzt, als er bei der Filmmusik von „Mission Impossible“ seine Instrument gegen eine Kontrabassgitarre eintauschte, die mit ihren tiefen Bässen das Fundament für die impulsive Musik lieferte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Matthew aber noch einen anderen Grund fröhlich zu sein. Er hatte sich an diesem besonderen Tag rund um die Gitarre seinen Mittelstufenabschluss mit dem Prädikat „mit Auszeichnung“ erspielt. In einem viertelstündigen Programm intonierte er Stücke aus vier Epochen und zeigte den jüngeren Schülern, welch beachtliches Niveau sich mit viel Fleiß auf der Gitarre erreichen lässt. „Er hat wirklich Tolles geleistet: neben seinen hervorragenden Leistungen am Klavier, dem Schlagzeug und im Gitarrenensemble, hat er ein herausragendes Kurzkonzert gespielt“ sind sich Karin Knöfel, die Leiterin der Musikschule und Fridolin Zeisler, sein Gitarrenlehrer, einig.

Viele weitere Höhepunkte säumten diesen, sicherlich noch lange nachwirkenden, Tag ausschließlich zu Ehren der Gitarre. Die ersten erstaunten Gesichter waren schon bei Nikolàs Miquea, dem neuen Gitarrenlehrer der Musikschule, zu sehen. Er begeisterte das Publikum mit seinem furiosen spanisch-lateinamerikanischem Auftaktkonzert. Die jungen Schüler der Musikschule bewiesen zum Stolz ihrer Eltern und Großeltern in einem eigenen Konzert, dass sie schon sehr professionell auf der Bühne musizieren können. Ein multimedialer Vortrag von Fridolin Zeisler, indem er viele Geheimnisse, Tipps und Tricks rund um den perfekten Auftritt verriet, fand kurz vor dem abendlichen Abschlusskonzert des Gitarrentages von Anne Haasch statt. Diese wiederum, überzeugte mit ihrer ausgewogenen und feingliedrigen Klangsprache und ihrer, bis ins kleinste Detail durchdachten, Interpretationen der Stücke. Scheinbar mühelos bewältigte sie schwierigste technische Passagen und bekam nach minutenlangem Applaus von ihrer sichtlich gerührten ehemaligen Gitarrenlehrerin Heidemarie Pietschmann einen Blumenstrauß überreicht.

Musikbegeisterte und Gitarristen, die zum Teil mehr als eine Stunde Anfahrtszeit in Kauf genommen hatten, verließen das Stadthaus beschwingt und freuen sich schon auf das nächste Highlight der Malchiner Musikschule am Dienstag Abend, wo die kleineren Schüler ab 18 Uhr ein großes Weihnachtskonzert in der Turnhalle am Zachow stattfinden lassen. In einem ist sich Anne Haasch auch nach langer Abwesenheit von Malchin sicher: „Mit dem Stadthaus und der Musikschule verbinde ich so viel – zu Hause zu spielen ist eben doch am Schönsten!“


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