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Gut besaitet ins vierte Jahr PDF Drucken E-Mail

Gemeinsam kräftig in die Saiten schlagen - mit viel Spaß erlernen die Kinder der Grundschule das Gitarrespiel - Foto: Fridolin ZeislerGitarrenkurs an der Pestalozzi-Grundschule hat sich etabliert

Schwer bepackt stürmt Lea-Sophie ins Klassenzimmer. Auf ihrem Rücken ein Schulranzen, in ihrer Hand eine längliche schwarze Tasche. Gleich wird sie zu ihrem Platz gehen, die darin befindliche Gitarre, ihr Unterrichtsbuch und eine Fußbank auspacken. Vorher muss sie jedoch unbedingt etwas loswerden: "Wissen Sie was, Herr Zeisler? Ich will an der Musikschule weitermachen!" Seit nunmehr fast einem Jahr besucht Lea-Sophie den Gitarrenkurs der Malchiner Pestalozzi-Grundschule. Da ist sie nicht alleine. 14 weitere Kinder stellen sich gerade mit ihren ausgepackten Gitarren bei Fridolin Zeisler zum Stimmen an. Ein gut funktionierendes und wichtiges Ritual. Schließlich macht es mehr Spaß, mit gestimmten Gitarren zu spielen. Der Faktor "Spaß" hat hier eine wichtige Funktion. "Die Kinder lernen hier, dass gemeinsames Musizieren und das Erlernen eines Instrumentes Freude bereitet und Anerkennung bringt" erklärt Fridolin Zeisler. Der diplomierte Instrumentalpädagoge der Malchiner Musikschule führt den Kurs schon zum dritten Mal durch. "Wichtig ist, dass sich die Schüler ihren Erfolg erarbeiten und dann auch genießen." betont er und stimmt die Gitarren.

Dieser einjährige Kurs hat Modellcharakter. Die Stadt Malchin, die Pestalozzi-Grundschule und die Musikschule haben die Möglichkeit geschaffen, dass Zweit- und Drittklässler der Grundschule ein Instrument erlernen, Lieder singen, sich selbst begleiten und "Bühnenluft" schnuppern können. "Wir wollen es jedem Kind ermöglichen, die faszinierende Sprache der Musik kennenzulernen" sagt Manuela Rißer. Die erste Stadträtin hat sich von Anfang an für das Projekt eingesetzt. Vor allem die Anfangshürden galt es zu überwinden. Es mussten Instrumente gekauft werden, um sie den Schülern zur Verfügung zu stellen. Das Interesse musste geweckt und die Voraussetzungen für den Unterricht mussten geschaffen werden. Ein wesentlicher Aspekt ist und bleibt die Förderung der Stadt. Durch sie kann der Beitrag für die Kinder klein gehalten werden. Und das ist sehr wichtig. Schließlich werden vor allem Kinder angesprochen, die sonst nicht auf die Idee kämen zu musizieren. "Dieses Projekt ist uns nicht nur wegen der musikalischen Komponente sehr wichtig" betont Manuela Rißer "es entwickelt den Teamgeist, das Konzentrationsvermögen und integriert auch Schüler, die es sonst nicht leicht haben." Sofort untermauert sie die Priorität des Projekts und stellt für das nächste Schuljahr die dringend benötigten Saiten für die Instrumente zur Verfügung.

Viele Auftritte haben die Gitarrenkinder schon absolviert. Bereits das Erste von mittlerweile fünf Konzerten im Malchiner Rathaus zum Tag des Ehrenamtes war ein Highlight. Bevor die Kinder die Bühne betreten müssen sämtliche Bewegungsabläufe gut eintrainiert sein. Auf die Bühne kommen, zum richtigen Zeitpunkt beginnen, den Anderen beim Spielen zuhören obwohl man selber viel zu tun hat, ruhig sitzen bleiben und das Verbeugen sind nur einige Dinge, die oft geübt werden müssen, bevor sie gut funktionieren. "Es ist erstaunlich, wie toll sich die Kinder auf der Bühne konzentrieren und auf so vieles gleichzeitig achten" erklärt Fridolin Zeisler stolz. "Besondere Momente sind immer, wenn die Freude über das Geleistete durchbricht - dann merkt man immer, wie viel die Musik und die Gitarre den Kindern bringt." Zum Beispiel bei dem aktuellen Lieblingslied "Ho unser Maat, der hat schief geladen". Eines der Kinder streckt begeistert die rechte Hand in die Luft und ruft "Yeah". Das Publikum lächelt. Aber nicht nur der Applaus des Publikums und das Lob der Lehrer ist für sie Belohnung. Freudenschreie gingen durch die Klasse, als sie von der Stadt Malchin für ihren gelungenen Auftritt Freikarten für das Freibad bekamen.


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