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Bereits zum 14. Mal verlieh Torsten Gertz, Vereinsvorsitzender des Heimatvereins Malchins, zum Auftakt des Altstadtfest den Ehrenbrief Malchins. Der Verein Regionalmusikschule e.V. feierte sein 15-jähriges Bestehen, da trifft es sich, dass auch der 15. Ehrenbrief an die Musikschule verliehen wurde. In einer bewegenden Laudatio, die hier abgedruckt ist, berichtete Torsten Gertz von Geschichte und Bedeutung des Bildungsinstituts. Begeistert von "seiner" Musikschule ist auch Jörg Lange, der Bürgermeister Malchins, und betonte in seiner Rede die hohe Qualität und ständige Einsatzbereitschaft der Schüler und Pädagogen. Besonders hob er hervor, dass die Musikschule buchstäblich allen offen steht. So ist "Jung und Alt - Musik macht Freu(n)de" nicht nur ein Projekt der Musikschule sondern auch eine Einladung an alle Musikbegeisterten, die ein Instrument erlernen möchten. Vollkommen gleich, in welchen Alter man sich befindet!
Bilder finden Sie hier und der Zeitungsartikel ist hier zu finden.
Die Laudatio des Vereinsvorsitzenden des Heimatvereins Malchin e.V. Torsten Gertz:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Vereinsmitglieder,
im Namen des Malchiner Heimatvereins heiße ich Sie auf das Herzlichste im Rathaus willkommen. Besonders begrüße ich den Hausherrn, Herrn Bürgermeister Lange, und den Bürgervorsteher, Herrn Hammermüller. Ich freue mich, dass sie mit ihrer Anwesenheit die Festlichkeit des heutigen Abends unterstreichen. Fragt man Freunde und Bekannte nach dem Stellenwert der Musik in ihrem Leben, so bekommt man meist die Antwort, dass man ohne Musik nicht leben könne. Auf die Frage, ob man denn auch ein Instrument spielt, sind auch hier die Antworten meist gleich.
Zum diesjährigen Altstadtfest möchte der Heimatverein eine Schule in den Mittelpunkt seiner Festveranstaltung stellen, die so ziemlich jedem Malchiner ein Begriff ist. Die Regionalmusikschule unserer Stadt hat sich in ganz besonderer Weise um Malchin verdient gemacht. Die allerersten Anfänge der Schule reichen bis in das Jahr 1971 zurück, als die Musikpädagogen als Mitarbeiter der Neubrandenburger Musikschule in der Malchiner Außenstelle unterrichteten.
Die politische Wende in Ostdeutschland war die Weichenstellerin auch für die Musikschulen unserer Region. Man einigte sich mit dem Rat des Kreises, dass die Instrumente in den Besitz der Musikschule übergingen und die Lehrer beim Landkreis Malchin angestellt wurden. So aufgestellt, wurde die Kreismusikschule Malchin am 1. April 1990 gegründet. 90 Schüler wurden damals von vier Lehrern und zwei Honorarkollegen unterrichtet. Es wurde in den Instrumentalfächern Klavier, Blockflöte, Klarinette, Gitarre und Violine unterrichtet. Die Lehrer der ersten Stunde waren Karin Knöfel, Sabine Beer, Anke Frick und Heidemarie Pietschmann. Bis zum heutigen Tag liegt die Verwaltung der Schule in den Händen von Dorita Hartmann. Schon drei Jahre später wurden über 500 Schüler im Unterrichtsjahr gezählt. Es wurde nicht nur in Malchin, sondern auch in Dargun, Neukalen, Teterow und Stavenhagen Musikunterricht gegeben. Im Jahr 1996 stellte der Landkreis Demmin die Trägerschaft für die Musikschule ein. Jedem war klar, dass die Schule nicht so einfach geschlossen werden konnte. Um den Fortbestand des Unterrichtes zu sichern, wurde der Verein „Regionalmusikschule Malchin e.V.“ gegründet. Es war eine faire Übergabe, wie der Vorsitzende des Vereins, Hans-Volker Fischer, vermerkte. Noch bis zum Jahr 2003 verpflichtete sich der Landkreis, die Malchiner Musikschule finanziell zu unterstützen. Es geht dem Verein vor allem darum, die bisherige Qualität des Musikunterrichts weiterhin zu gewährleisten und vor allem in verstärktem Maße in der Öffentlichkeit präsent zu sein. Sein wichtigstes Anliegen ist es, das breite Spektrum des Musikschulangebotes in hoher Qualität aufrechtzuerhalten und die Freude am Musizieren zu wecken und damit den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein sinnvolles und kreatives Freizeitangebot zu vermitteln. Schon im sogenannten Babymusikgarten können die Kleinsten der Kleinen erste Erfahrungen mit der Musik sammeln. Das beinhaltet Singen, Bewegen und Tanzen, Spielen und Hören. Später werden die Drei- bis Sechsjährigen über den Musikgarten und der Musikalischen Früherziehung und weiter in der Grundausbildung mit der Musik vertraut gemacht.
Der Hauptfachunterricht wird in Einzel- oder Gruppenunterricht wöchentlich erteilt. Zusätzlich gibt es Angebote in den Bereichen Musiktheorie und Gehörbildung. Das Beherrschen verschiedenster Instrumente kann man in der Regionalmusikschule erlernen. So z. B. Klavier, Keyboard, Akkordeon, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass, Gitarre, Blockflöte, Saxophon, Klarinette, Trompete oder das Schlagzeug. Auch ein Gesangsunterricht beinhaltet das Angebot der Schule. Hier ist es der Ehrenbriefträger des Jahres 2009, Lars Grünwoldt, der die Freude am Singen in professionelle Bahnen lenkt.
Bei Ausstellungseröffnungen, bei Empfängen, bei Stadtfesten, bei Veranstaltungen in Schulen, Kindergärten, Seniorenheimen und bei Firmengründungen sind die Schülerinnen und Schüler der Regionalmusikschule Malchin nicht mehr wegzudenken. Auch unser Verein freut sich, bei festlichen Veranstaltungen den jungen Musikern eine Plattform und den Besuchern ein kleines Konzerterlebnis zu geben.
Überall gefallen und überzeugen die jungen Künstler durch ihre Natürlichkeit und Frische und selbstverständlich durch ihr Können. Unvergessen sind die Aufführungen der Vogelhochzeit 1996, des Traumzauberbaumes in den Jahren 1998 und 2005, die Vier Jahreszeiten oder die Jahresuhr.
In Malchins Partnerstädten konnte man sich ebenfalls schon von der brillanten Ausbildung der jungen Leute unserer Region überzeugen. All die lobenden Worte, die in den vergangenen Wochen und Monaten anlässlich des Jubiläums der Musikschule gesprochen wurden, gipfelten nun in der Vergabe der „QsM“-Plakette, dem ‚Qualitätssystem Musikschule‘. Mit diesem Zertifikat wird die Schule in der Lage sein, weiterhin Fördermittel vom Landesministerium zu erhalten. Dank der vielen Sponsoren, dem Land Mecklenburg-Vorpommern, dem Landkreis und den Städten Malchin, Dargun und Stavenhagen sowie den Kreditinstituten der Region ist es möglich, dass die Eltern der bis zu 800 Musikschüler gerade einmal 38% der tatsächlichen Kosten zahlen. Der Unterricht ist mittlerweile in 20 Einrichtungen an 14 Orten der Region möglich. Viele Internetnutzer lassen sich per Mail oder Twitter über die neuesten Angebote der Musikschule informieren. Die Internetseite ist hervorragend gestaltet und immer topaktuell; es bleibt keine Frage zur Musikschule offen. Die fleißige Arbeit von Herrn Zeisler soll hier nicht unerwähnt bleiben.
Schon seit vielen Jahren besteht der Wunsch der Musikschule nach einem geeigneten Konzertraum in unserer Stadt. Vielleicht hat das Festkonzert am 27. Mai dazu beigetragen, dass sich dieser Wunsch in Gestalt der Turnhalle in der Lindenstraße verwirklichen lässt. Es wäre den Schülern und den musikbegeisterten Malchinern sehr zu wünschen. Meine Damen und Herren, den „Ehrenbrief der Stadt Malchin“ 2011 verleiht der Heimatverein an die Regionalmusikschule Malchin, für die vielen Jahre, in denen sie das kulturelle Leben unserer Stadt wesentlich mitprägte. Mit großer Freude dürfen wir immer wieder neu erleben, mit welcher Hingabe die Lehrer die Kinder musikalisch geführt haben und mit wie viel Lust sie auch selber für ihr Publikum musizieren. [Laudatio zur Verleihung des „Ehrenbriefes der Stadt Malchin“ am 23. Juni 2011 im Malchiner Rathaus.]
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